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Machst du dir Sorgen, ob dein teurer Wein noch genießbar ist?

Viele Weinliebhaber sind unsicher, wann Wein tatsächlich schlecht wird.

Die gute Nachricht: Wein verdirbt anders als andere Lebensmittel.

Hier erfährst du alles über die Haltbarkeit von Wein!

Kann Wein wirklich schlecht werden?

Ja, Wein kann schlecht werden – aber nicht auf die Art, wie du es vielleicht denkst. Wein verdirbt nicht wie Milch oder Fleisch, sondern verliert hauptsächlich seine Qualität und seinen Geschmack.

Der hohe Alkoholgehalt und die Säure im Wein verhindern das Wachstum schädlicher Bakterien. Deshalb wird schlechter Wein selten zu einem Gesundheitsrisiko, sondern schmeckt einfach nur unangenehm.

Woran erkennst du schlechten Wein?

Optische Anzeichen

Schlechter Wein zeigt sich oft schon beim Anblick:

  • Trübe Flüssigkeit bei normalerweise klaren Weinen
  • Verfärbungen – Weißwein wird bräunlich, Rotwein verliert seine Farbe
  • Kristalle am Flaschenboden (meist harmlos, aber Qualitätsverlust möglich)
  • Korkenreste in der Flasche

Geruchstest

Deine Nase ist der beste Indikator für schlechten Wein:

  • Essiggeruch – der Wein ist oxidiert
  • Muffiger Geruch – deutet auf Korkschmecker hin
  • Chemischer Geruch – möglicherweise zu viel Schwefel
  • Süßlich-fauliger Geruch – Zeichen für bakteriellen Verderb

Geschmackstest

Falls Aussehen und Geruch unauffällig sind, probiere einen kleinen Schluck:

  • Saurer, essigartiger Geschmack
  • Metallischer Nachgeschmack
  • Muffiger, modriger Geschmack
  • Extrem bitterer oder scharfer Geschmack

Wie lange ist Wein haltbar?

Geöffnete Weinflaschen

Rotwein: 3-5 Tage im Kühlschrank
Weißwein: 3-7 Tage im Kühlschrank
Schaumwein: 1-3 Tage mit speziellem Verschluss
Süßweine: bis zu 2 Wochen

Weinverschluss Vakuum

Ungeöffnete Weinflaschen

Die Haltbarkeit variiert stark je nach Weintyp:

  • Einfache Weine: 1-2 Jahre nach Kaufdatum
  • Qualitätsweine: 3-5 Jahre bei richtiger Lagerung
  • Premiumweine: 10-20 Jahre oder länger
  • Süßweine: oft jahrzehntelang haltbar

Die häufigsten Ursachen für schlechten Wein

Oxidation

Sauerstoffkontakt ist der Hauptfeind des Weins. Oxidierter Wein schmeckt flach und essig-ähnlich. Dies passiert besonders schnell bei geöffneten Flaschen oder defekten Korken, daher kann ein Weinkühlschrank entscheidend zur Lagerung von geöffnetem Wein beitragen.

Korkschmecker

Etwa 3-5% aller Weine leiden unter Korkschmeckern. Verantwortlich ist eine chemische Verbindung namens TCA, die einen muffigen, nassen Karton-Geruch verursacht.

Falsche Lagerung

Zu hohe Temperaturen, direktes Sonnenlicht und starke Temperaturschwankungen beschleunigen den Alterungsprozess erheblich.

So lagerst du Wein richtig

Optimale Lagerbedingungen

  • Temperatur: 10-15°C konstant
  • Luftfeuchtigkeit: 60-70%
  • Lichtschutz: dunkle Räume bevorzugen
  • Ruhe: Vibrationen vermeiden
  • Liegend lagern: damit der Korken feucht bleibt

Weinbelüfter

Tipps für geöffnete Flaschen

  • Sofort wieder verschließen
  • Im Kühlschrank aufbewahren
  • Vakuumpumpen verwenden
  • In kleinere Flaschen umfüllen

Weinkühler

Fazit

Wein kann definitiv schlecht werden, aber mit den richtigen Kennzeichen erkennst du verdorbenen Wein schnell. Die meisten Weine sind auch nach dem „Verfallsdatum“ noch trinkbar, auch wenn sie an Qualität verloren haben.

Wichtigste Regel: Vertraue deinen Sinnen. Wenn Wein schlecht riecht oder schmeckt, solltest du ihn nicht trinken. Bei richtiger Lagerung hält sich Wein jedoch deutlich länger als viele andere Getränke.

Stephan ist Weinliebhaber und Experte für die Auswahl und Lagerung feiner Weine, die jedes Dinner aufwerten.